Neue Zürcher Zeitung 28.6.2004
        
Birgit Sonna
Sanitätsdienst für die Stadt  (Auszug)

Die Autorin ist Kunsthistorikerin und Kritikerin in München



 
                                                                     Zurück
                                  
            
                  Pressedienst der Stadt Bremen
                            www.bremen2010.de/



Sanitätsdienst für die Stadt

Ansichten zum Überdauern der Kunst im öffentlichen Raum

Von Birgit Sonna

Bremen war bereits vor 30 Jahren federführend für Konzepte für Kunst im öffentlichen Raum. Nun scheint von dort ein neuer, unerhörter Impuls auszugehen. Nach einer Revision des Bestands an öffentlicher Kunst wurden 35 Werke in einen neuen Kontext versetzt,
2 Skulpturen sogar entsorgt. "Moving the City" könnte bald international Schule machen - keineswegs zu ungunsten der Kunst im öffentlichen Raum.

Der größte Moment eines Kunstwerks im öffentlichen Raum sei sein Abtransport, mokierte sich der deutsche Künstler Jochen Gen einmal über das oft klägliche Dasein der im Stadtraum aufgebauten Kunst. Wie sehr sich diese sarkastische Übertreibung einmal zu einer positiven Zukunftsvision auswachsen könnte, war dem im öffentlichen Raum erprobten Kulturarchäologen Gerz vermutlich Anfang der Neunziger noch nicht zur Gänze bewusst. Wobei Gera schon seinerzeit die Imagination


 

 
einer neuen Leere in der Stadt mit dem Verschwinden vorhandener Kunstwerke gleichsetzte. Mehr und mehr werden heute Stimmen laut, die eine kritische Überprüfung oder zumindest pflegliche Wartung der bis dato in unseren Städten angesammelten Kunstwerke fordern. Die von einigen nach wie vor als bloßer visueller Stolperstein empfundene Kunst im öffentlichen Raum hat eine beachtliche Geschichte hinter sich. Während etwa in Deutschland seit den siebziger Jahren von einer Kunst im öffentlichen Raum die Rede ist, kommt der Schweiz mit der 1931 vom Kunsthaus Zürich ausgerichteten Schau "Plastik" sogar die absolute Prioritätsrolle in Sachen Freilichtpräsentation zu. Bei den seinerzeit exemplarisch innerhalb des Hafens, des Strandbads, des Belvoirparks und an den Uferanlagen postierten Arbeiten von Künstlern wie Albiker oder gar Thorak ging es darum, den urbanen Bedarf an zeitgenössischer Skulptur zu signalisieren. Die Zürcher Idee, Skulpturen jenseits des institutionellen Rahmens auf den Prüfstand ihrer stadträumlichen Wirkung zu bringen, wurde allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen. [....]

Der vollständige Text ist im Netz nicht mehr verfügbar  
(Stand 9.10.2006)                
                                                                                                                
 Zurück