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"Kunst"... "im"... "öffentlichen"... "Raum" 2
Re-Präsentation 3 Beethoven in der Badeanstalt 4
Surface, Occupation 5 Isotopie 6 Tattoo
im Asphalt 7
Demarkationslinien 8 "Lippenstift für den Gorilla" 9
Master
and Servant 10 Hyperskulpturen und Nicht-Räume 11 Nikis
Michelin-Männchen 12 So
what....?
Vorbemerkung Ich
spreche hier nicht als Kunstexperte. Ich spreche als Architekt. Das heißt
nicht, dass ich mich für Kunst nicht interessieren würde. Aber die letzten
vielleicht zwanzig Jahre haben die Architekten und die Künstler in ein
brisantes Konkubinat geführt, welches die Emotionen in der gegenseitigen
Beziehung deutlich aufgeheizt hat, das Misstrauen ebenso wie Euphorie. Nach der
ahnungsvollen Wiederbeatmung des "Gesamtkunstwerkes 1983" durch Harald Szeemann
begannen die Disziplinenübergriffe und "Crossover" zu wuchern, unentwirrbar
zwischen Neugier, Schamlosigkeit und Abenteuer. Im Hintergrund schien aber ein
heimlicher Konsens darüber zu bestehen, dass dieses grosse Fusionsprojekt
gleichzeitig unausweichlich und viel versprechend sei.
"Kunst am
Bau" und "Kunst im öffentlichen Raum", diese ebenso unscharfen wie biederen
Konstruktionen aus dem Wortschatz von
Verwaltungsreglementen, sind natürlich älter als diese jüngsten Bewegungen. Von
der Sache her geben sie aber eine besonders günstige Plattform ab, um die
Tragfähigkeit des Konvergenz- und Konfliktpotentials zwischen den Disziplinen
zu erörtern.
Mich
selbst haben diese Perspektiven von Synthese nie fasziniert. In Abwandlung
eines wunderbaren Brecht-Diktums hatte ich immer das Gefühl, dass zuviel Kunst
in der Architektur sowohl der Kunst wie
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der Architektur schadet... Sehr oft
scheinen mir Überkreuzungsprojekte ein nicht zu Ende gedachtes, naives
Versprechen zu sein.
Ideengeschichtlich
steht dieser Hype der Fusionen nicht isoliert da. In einer schrumpfenden Welt
werden die Dinge immer gnadeloser ineinander geschoben und gedrückt. Es haben
die Denkfiguren Konjunktur, welche sich diese Gewalt als Synthese positiv
vorstellen möchten. Das ist verständlich, aber keineswegs selbstverständlich.
Eine dieser weltweiten "Knautschzonen der divergierenden Interessen" ist der
sogenannte "Öffentliche Raum", wo sich funktionale, ökologische,
wirtschaftliche und ästhetische Bedürfnisse immer schärfer konkurrenzieren. Es
laufen in diesem Raum derart viele und widersprüchliche Energien zusammen, dass
man sie zwangsläufig durch Überlagerung befriedet denken möchte. Lassen
sich mich heute für einen Augenblick all diesen Versprechen und Programmen
misstrauen, die alles mit allem verknüpfen - auch was die Kunst und die Stadt
betrifft. Oder, um es kurz und polemisch zu sagen: In einer Gegenwart, wo das
vernetzte Denken, das integrierte Handeln, der Disziplinenübergriff
unterschwellig eine Art mondiale Seeligkeit bei der Auflösung des globalen
Rätsels versprechen, drehen wir uns einen Moment um. Ich halte das Unterbrechen
von selbstläuferischen Denk- und Handlungsgeflechten, das Bezweifeln von
unterstellen Zusammenhängen zumindest für ebenso produktiv wie das dauernde
Übersetzen von allem in alles andere. Trennen, Teilen, Isolieren, das können
durchaus subversive Operationen sein. Wer sagt denn, dass es im globalen
Schmelztiegel keine diskreten Einheiten mehr gibt? Laurence Weiner hat diesen
Verdacht in einen unübertrefflichen Satz im Duchamp-Tonfall gefasst: "Alles
hängt zusammen, nichts passt zusammen"...
Deshalb
befasse ich mich in der Folge eher mit dem Hintergrund der öffentlichen Kunst
als mit dieser selbst. Dazu also zwölf mässig zusammenhängende Bemerkungen...
Den vollständigen Text finden Sie hier
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