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Gerhard
Matzig schrieb
in
der Süddeutschen Zeitung vom 28. Januar 2006:
"Die Kunst im öffentlichen Raum will unsere
Anerkennung. Nichts verdient sie weniger." - ) ______________________________________
Im "stuttgart-blog" - (www.stuttgart-blog.net)
dazu folgende Kommentare: "Weg
damit" -
Kultur, Fundsachen - 31.01.2006, 19.35
Uhr
von
1 Wegschaffe!: Der
Hilferuf von Gerhard Matzig in der Süddeutschen Zeitung
vom vergangenen
Wochenende brüllt mir aus der Seele. Endlich tritt mal jemand mit Wortgewalt
gegen Alteisenmöpse, Betonklöpse und Skulpturknödel dass es nur so staubt &
scheppert.
Der Mann wettert nicht gegen die Kunst. Er stellt das Missverständnis von der
"Kunst im öffentlichen Raum" bloß: "Artifizielle Trostpflaster, die über
unseren disparaten Städten wie Care Pakete abgeworfen werden." "Wie
Gummibärchen in der Sonne zerlaufende Biomorphismus-Zitate."
Eine Quelle des sich breiig in die Städte ergießenden Kunstschleims ist auch
identifiziert: " [.] eine glücklose Verbindung von stiftenden, sich
profilierenden Stadtsparkassen, eifrigen, sich profilierenden Kunstreferenten
und tatsächlichen oder vermeintlichen Künstlern, die vermutlich einfach nur
hungrig sind." Mahlzeit!
Der Artikel von Gerhard Matzig ist online nachzulesen, leider nur gegen Bares.
Mein persönliches Lieblingshassobjekt: Das "Ding" am Ortsausgang von Wangen
[Stuttgarter Ortsteil].
"Gestiftet" unter anderem von mir, dem Steuerzahler.
2 Liamara:
31.01.06 . 20:12
Uhr
Naaa, das geht doch noch. Darin kann ja sogar noch ein Laie etwas hinein
interpretieren; ich jedenfalls sehe da immer einen winkenden Franzosen. Gibt
wirklich schlimmeres - ich stamme aus Bochum, und da gibt's Kunst von Richard
Serra. Das Terminal jedenfalls war stets nicht mehr als ein Penner-Pissoir und
niemand kann mir erzählen, dass er in dem Ding ein sinnvolles Stück Eisen
sieht. Tjaaa.
3
Wegschaffel: 31.01.06 . 20: 27
Uhr
Jaja, schön für den Franzos', der Wangen au revoir winken kann. Ich
dagegen muss dieses G'stell mit der Ausstrahlung von radioaktivem Gemüse aus
dem Weltall (von W. Moers) täglich ertragen.
4
Steff: 31.01.06 . 21:25 Uhr
Ganz schön patzig, der Matzig.
5 kesselblick: 31.01.06 .
21:41 Uhr
Geht mir generell ähnlich, Kunst im Öffentlichen Raum ist zumeist eine
Katastrophe. Ich schiebe das dann immer auf die schnelle Vergänglichkeit der
Moden.
Der Kopfschüttler der Saison ist dieses rote verschwurbelte Korkenzieher-Ding
hinter dem neuen Kunstmuseum. Nie was gesehen, was so verloren wirkt.
Aber es gibt auch super Sachen. So finde ich das Denkmal vorm Alten Schloss am
Karlsplatz mit den drei riesigen Steinquadern und dem vierten, der so auf Ecke
dazwischen drückt, ziemlich eindrucksvoll.
6 Liamara: 31.01.06 . 22:35
Uhr
Mensch, radioaktives Gemüse aus dem Weltall HAT immerhin eine Ausstellung. Tja,
gut dass ich weit genug von dem Denkmal weg wohne, ich seh's ja nicht mal
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wenn
ich mir Gemüse hole. Übrigens Bio, nicht Weltall. Ätsch :)
7 MNP: 03.02.06 . 16:00 Uhr
So nun haben wir drei Kommentatoren und vier Meinungen zum Thema ob Kunst von Können
kommt oder nicht. Wenn ich Herrn Matzing in der Süddeutschen richtig verstanden
habe, dann sind für ihn die Stahlskulpturen von Herrn Serra, z.B. "Pennerklo"
in Bochum doch eher positive Vertreter der Gattung Kunst im öffentlichen Raum.
Es wäre nun durchaus interessant, ob wir in Stuttgart auch so einen Serra
haben, über den man etwas diskutieren könnte, und ob jemand im Blog weilt, der
sich fachlich so damit auskennt, dass er einen Kommentar abzugeben vermag.
Ich hingegen finde, dass Kunst im öffentlichen Raum schon dann gut ist, wenn
sich jemand darüber aufregt.
8 GÄNSHIRTE: 06.02.06 . 13:36
Uhr
Stuttgart hat doch seinen Otto Hajek, oben an der Hasenbergsteige in dem kleinen Park ist eine ganze Versammlung seiner Skulpturen zu sehen -
unbedingt
mal den Sonntagsspaziergang dorthin umlenken! (und dann weiteres von ihm überal
in der Stadt wiedererkennen, z.B vorm und im Kunstmuseum)
Und die Skulptur auf dem Kernerplatz von Erich Hauser - also ich find sie einfach klasse, ist mir lieber als noch ein Reiterstandbild. Im Park aufm
Killesberg steht auch eine von ihm, und im Kunstmuseum ist er auch zu finden.
Und was die Sache mit dem Klo angeht (nicht nur für "Penner", ich mag den
Ausdruck nicht besonders), vielleicht sollte man das Thema Skulptur und öffentliche Bedürfnisanstalt mal bewusst miteinander verbinden, und wenn ich
mich da an die schottischen Extrempinkler vor einiger Zeit erinnere (UEFA-CUP,
glaub ich), dann besteht da echter Handlungsbedarf bis zur WM.
9 Wandolina:
07.02.06 . 21:40
Uhr
Mir war der Artikel ehrlich gesagt ein bisschen zu einseitig: das ganze komplexe Feld von Kunstwerken in der Öffentlichkeit wird auf die mangelnde
Qualität der Kunst zurückgeführt, nicht ohne eine relativ oberflächliche
Städtebaukritik dazwischen zu schieben. Der Bezug auf Sitte und Loos scheint mir
auf eine Vorstellung hinzuweisen, die dem öffentlichen Raum den Mangel an
museumsähnlichen Ausstellungsqualitäten vorwirft. Grundsätzlich finde ich aber
auch, dass viele Kunstwerke entweder nicht besonders spannend oder aber im
öffentlichen Raum entweder nicht richtig platziert oder nicht richtig
aufgehoben sind. Auch Kunstwerke zur Schönheitskorrektur oder nur zur
Imageverbesserung zu funktionalisieren, wird ihnen, glaub ich, nicht gerecht.
Aber deshalb auf Kunstwerke (bis auf wenige Ausnahmen) verzichten? Dafür
scheint mir auch die Auswahl der erwähnten Gegenbeispiele zu sehr aus einer
bestimmten Richtung (nämlich der modernen autonomen Skulptur) zu kommen. Das
Wegräumen von deplatzierten und "überforderten" Skulpturen kann sicher
erfrischend sein, die reine Reduktion wird aber den Fragestellungen, die
Künstler und zum Teil auch Stadtplaner im öffentlichen Raum aufwerfen, nicht
gerecht. Ebenso wenig wie die Vorstellung von Skulpturen der aktuellen Kunst im
öffentlichen Raum entspricht, sind auch die an der historischen europäischen
Stadt orientierten Ideale von italienischen Plätzen die einzige Antwort von
planerischer Seite auf die Anforderungen und Fragestellungen der Stadt von
heute.
10 Skulpturen: 03.01.08 . 16:46 Uhr
Tja, wenn's wirklich zu Lasten der Steuerzahler geht, muss man sich nicht wundern, dass viele Anstoß an übergroßen Objekten nehmen und sich von Kunst
distanzieren. 
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