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Konzeptionelle
Empfehlung des planenden
Architekten: Bei diesem Park geht es
um eine außerordentlich heikle Angelegenheit. Ich habe versucht, dieses
unheimlich ernsthafte Problem möglichst ernsthaft zu behandeln.
Was die Wahrheit ist? Das weiß ich natürlich nicht. Wir haben aber noch sehr
viel Zeit vor uns, um uns darüber Gedanken zu machen. Ich mußte feststellen:
Wenn ich mit direkteren, drastischeren, realistischeren Methoden arbeite - wie
das viele von mir erwarteten -, wäre dies nichts anderes, als die genaue
Befolgung der Rezepte, der Denkweise der Diktatur, denn ich würde eigentlich
mit propagandistischen Denkmälern einen Anti-Propagandapark bauen. In diesem Park geht es um
die Diktatur. Aber in dem Moment, wo darüber gesprochen, geschrieben und der
Park gebaut werden kann, wird es um Demokratie gehen. Denn nur die Demokratie bietet
uns die Gelegenheit, frei zu denken; über die Diktatur - und über die
Demokratie und über alles andere. (...) Ákos Eleod jr.
(Ungarische Architektur 1994/2)
(Einleitungstext
der Webseite des Parks)
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Vom Umgang mit unbeliebten
Denkmälern: Ein Beispiel für einen geglückten
Umgang mit Denkmälern der Vergangenheit ist der Szoborpark
der totalitären Statuen in Budapest. Der ungarische Intellektuelle
András Török schreibt: "Die Debatte, was mit
all den Lenins, Marxen und entsprechenden lokalen Varianten in Marmor
und Bronze zu geschehen hätte, endete mit einem klugen Kompromiss:
sie wurden am Stadtrand von Budapest in einem Park untergebracht.
Die meisten von ihnen sind von geringem künstlerischen Niveau,
aber nicht alle. ... Die Atmosphäre von Verlassenheit und Vernachlässigung
vertieft unbeabsichtigt den Eindruck."
Heldendenkmäler
brauchen normalerweise Heldenplätze. Solche Figuren erleben
eine starke Mythisierung im Sinne einer Heroisierung, Verklärung,
Legitimierung und sind zugleich gekoppelt mit Gedächtnisbesetzung
und Verdrängung. Sie sind originär nicht dazu gemacht,
aus ihrem räumlichen und symbolischen Kontext herausgerissen
zu werden und Beziehungen zueinander aufzunehmen.
Im Budapester
Gehege wirken die heute unerwünschten und teilweise beschädigten
Standbilder geradezu skurril zusammengesucht und abgestellt. "Mit
propagandistischen Statuen habe ich einen Anti-Propaganda-Park entworfen...
Wir haben Zeit genug, darüber nachzudenken. Die Statuen sind
noch lange haltbar.", umschreibt Architekt Akos Eleöd
sein Projekt. Der Kunsthistoriker Miklós Sulyok stellt fest,
dass der Szoborpark "grundlegende Werte unserer europäischen
Kultur, insbesondere Toleranz und Freiheit des Erinnerns" symbolisiere. Der
Szoborpark ist ein Publikumsmagnet geworden. Die BesucherInnen kommen
etwa zu gleichen Teilen aus Ungarn und dem Ausland.
(aus:
http://www.afrika-hamburg.de/parkd.k.html)
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